Montag, 3. März 2014

Ginvolle Entwicklungen - Eine Prognose?


Seit geraumer Zeit ist der aromatische Gin die Spirituose mit der größten Entwicklung. Der Klassiker Gin & Tonic ist im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde, vom Gelegenheitstrinker bis hin zum absoluten Cocktailnerd. Gab es noch vor zehn Jahren nur eine Sorte Tonic und wenige Sorten Gin ist der Markt aktuell geradezu explodiert. Die Frage ob diese schnelle Expansion überhaupt Sinn macht muss mittlerweile stark kritisiert werden.
Auf Seiten der Destillerien und der Importeure scheint der Fall klar: Es besteht eine große Nachfrage der Wacholderspirituose die es zu bedienen gilt - schneller Umsatz scheint sicher zu sein. Flaschenpreise von mittlerweile 30-50€ sind keine Seltenheit mehr. Im Gegensatz dazu steht ein relativ einfacher Herstellungsprozess. Neutralalkohol wird mittels Kräutern, Pflanzen, ect. versetzt, abdestilliert, auf Trinkstärke herabgesetzt und schließlich abgefüllt. Hohe Lagerkosten durch einen langjährigen Reifungsprozess, wie bei anderen Spirituosen üblich, entfällt. Die Rohstoffe sind verhältnismäßig billig und fast jede bestehende Destillationsanlage kann zur Herstellung von Gin genutzt werden.
Diese Faktoren scheinen dazu zu führen das mittlerweile ein Jeder meint er müsse einen Gin in sein Sortiment aufnehmen. Es vergeht nicht eine Woche in der man nicht mindestens einen neuen Gin präsentiert findet. Selbst ich als Cocktailbesessener habe den Überblick verloren. Bei meinem diesjährigen Besuch der Finest Spirits in München war ich total über die Anzahl überrascht über die Anzahl mir völlig unbekannter Gins. Aber wer trinkt das alles? Ich behaupte das nicht so viel mehr Menschen Gin trinken als noch vor ein paar Jahren, bzw. steht dieses Wachstum in keinem Verhältnis zu dem der Flüssigwacholders. Der Markt wächst enorm schnell in die Breite aber nur langsam in die Höhe. Das dürfte dazu führen das die meisten Neuerscheinungen genau so schnell wieder verschwinden wie sie gekommen sind da die Nachfrage nicht mehr in dieser menge vorhanden sein wird. Mit wenigen Ausnahmen werden meiner Meinung nach nur die "Klassiker" (z.B.Tanqueray, Beefeater) und die "Alten Neuen" (z.B. Hendricks, The Duke) bestand haben da sie sich schon ausreichend etabliert haben in der Welt der Spirituosen.
Das bringt mich zu einem weiteren Punkt:  Was ist Gin und was macht sein Profil aus? Ursprünglich besteht das typische Aroma aus Wacholder und anderen Kräutern um die wohlbekannte Würzigkeit zu erzeugen. Nebst diesen Standart-Ginaromen existieren noch die floralen und weichen Gins welche mit Blüten, Obst und Früchten arbeiten. Dazu gesellen sich noch die Außenseiter "Old Tom Gins" die wiederum würzig oder floral sein können. Gin ist kein Brand, der im Gegensatz zu Rum oder Whisky, in größeren Rahmen pur getrunken wird - das grenzt die Vielfalt ein. Zwar ist jeder Gin individuell im Geschmack jedoch ist das Bild immer wieder ähnlich. Das führt regelrecht zu einer Belanglosigkeit vieler Brände obwohl sie handwerklich, wie auch qualitativ, keinerlei Makel aufweisen. Das sollte in naher Zukunft zu einer weiteren Regulierung des Gin-Marktes führen.
Gin ist im Trend und das könnte noch eine ganze Zeit so bleiben. Die Wirtschaft welche dahinter steckt wird sich aber bald deutlich verändern da sie in meinen Augen schon auf sehr wackligen Füssen steht. Wirklich Innovatives wird hier nicht mehr passieren und weitere Produkte werden ebenfalls nicht mehr benötigt. Ach ja... Falls jemand fragen sollte: In meiner kleinen privaten Heimbar stehen 15 Flaschen Gin und drei Sorten Tonic. Ich bin versorgt...

Kommentare:

  1. Die Spirituosenindustrie ist derzeit im Aufschwung und deshalb stark in Bewegung. Gin ist für viele neugegründete Brennereien ein wichtiges Produkt, um die ersten Jahre finanziell überhaupt überstehen zu können. Die gleiche Frage könntest du auch für Bourbon und Rye stellen: reichen uns ein dutzend Standards, die in sämtlichen Cocktail-Bars rund um den Globus die gleichen sind, oder magst du eher die Vielfalt, die Vielzahl von kleinen Abfüllern, die eine stärkere Individualisierung des Angebots ermöglichen? Oder Whisky-Messen: reichen drei bis vier große, oder wollen wir viele kleine? Irgendwann wird sich der Markt auch wieder konsolidieren, so manches Angebot wird auf der Strecke bleiben. Genießen wir also die Vielfalt, solange sie da ist.

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  2. Ich sehe das genauso wie du Christian! In meinen Augen gibt es drei Kategorien die eine Daseinsberechtigung haben: London Dry, New Western Style und Old Tom. Davon jeweils ein bis zwei Vertreter und man sollte das gesamte Spektrum abgedeckt haben. Alles weiter driftet für mich ebenfalls in die Belanglosigkeit ab.

    Der Vergleich mit Bourbon oder Rye Whiskey hinkt etwas, weil wie Christian schon schrieb Gin eher nicht pur getrunken wird und Bourbon sowie Rye schon.

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