Mittwoch, 12. Februar 2014

Arnaud´s Special Cocktail


Es ist noch nicht lange her als ich über den Rob Roy geschrieben habe. Das Witzige daran ist das ich das nicht vor hatte. Der Artikel sollte sich von Beginn an um den Arnaud´s Special Cocktail drehen. Es war aber nicht möglich etwas über dieses relativ unbekannte Mischgetränk zu schreiben ohne die Vorgeschichte des Rob Roy zu kennen. Dem entsprechend ist auch der Arnaud´s nicht weit davon entfernt wenn man das Rezept betrachtet. Wenn der Rob Roy der Bruder des Manhattan ist könnte man den Arnaulds als Vetter ersten Grades bezeichnen. Ich bitte jeden als erstes die Geschichte des Rob Roys zu lesen um später die Zusammenhänge zu erkennen. Im Prinzip ist es ganz einfach: Der Wermut wird lediglich durch die gleiche Menge Dubonnet ersetzt. Dieser Weinaperitif ist im Vergleich zu einem Wermut weniger kräuterbetont, erscheint etwas süßer mit mehr Gewicht auf dem Basiswein. Deshalb kann in diesem Rezept auch auf die geringe Zugabe von Tripel Sec (siehe den Rob Roy Beitrag) verzichtet werden. Anstelle des Wermutkrauts findet vor allem Chinarinde Verwendung in dem 1846 von Joseph Dubonnet erfundenen Aperitivwein. Es handelt sich demnach um einen roten Quinquina.
 
Arnauld´s Special Cocktail
6 cl Scotch
3 cl Dubonnet
3 dash Orange Bitters
 
Alle Zutaten auf Eis rühren und in ein gekühltes Cocktailglas abseihen. Je nach vorliebe noch zusätzlich mit einer Zitronen- oder Orangenzeste abspritzen. Geht man nach dem Originalrezept soll der Cocktail nicht gerührt sondern geschüttelt werden. In meinen Augen gibts es aber keinen Grund dazu das zusätzlich entstehende Schmelzwasser des Shakens in kauf zu nehmen.
Benannt ist das Getränk nach Arnaud Cazenave, ein Weinhändler welcher 1918 ein Restaurant in New Orleans eröffnete das ebenfalls seinen Name trug. Beflügelt von der Cocktailwelle welche sich langsam im ganzen Land ausbreitete wurde der Arnaud´s Special in den 1940ern und den 1950ern der Signature Drink des Hauses. Nichts desto trotz ging dieses Getränk im Laufe der Zeit verloren. Erstaunlich das diese wohl recht populäre Mixtur nicht einmal in dem Buch "Famous New Orleans Drinks & How To Mix´em" von Stanley Clisby Arthur zu finden ist, welches von 1937 bis zur heutigen Zeit immer wieder neu aufgelegt wird (aktuell in der 21. Auflage). Neu entdeckt wurde dieser Cocktail in den vergangenen Jahren erst wieder in dem Buch "Bottoms Up" aus dem Jahr 1951. Der Autor, Ted Saucier, und hier schließt sich der Kreis, war seinerseits im New Yorker Waldorf-Astoria Hotel für sämtliche Publikationen verantwortlich!
Es ist bekannt das "Bottoms Up" eine freie Rezeptsammlung ist ohne an eine bestimme Lokalität oder einen bestimmten Ort gebunden zu sein. Man kann also davon ausgehen das es sich bei der Rezeptur für den Arnaud´s Spezial um das Original aus New Orleans handelt das über Umwege wieder nach New York in das Grand Hotel gekommen ist. Zurück an den Ort wo der Ursprungs-Cocktail, der Rob Roy, erfunden wurde.
Eine Cocktail-Historie mit Happy End. Wenn doch nur alles immer so rund laufen würde. Darauf erstmals einen Manhattan... oder einen Rob Roy... oder einen Arnaud´s Special...

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